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Neue Forschungsergebnisse vorgestellt von Prof. Jan Krämer auf der Digital Economics Conference 2026

| Lesedauer: 3 Min.

Toulouse School of Economics

Prof. Jan Krämer (Lehrstuhl für Internet- und Telekommunikationswirtschaft, Universität Passau) nahm an der 18. Digital Economics Conference teil, die von der Toulouse School of Economics veranstaltet wurde. Die Konferenz ist eine der führenden akademischen Veran­staltungen Europas im Bereich der digitalen Wirtschaft und bringt Forscher zusammen, die sich mit Plattformmärkten, Data-Governance, Wettbewerbspolitik und Innovation in digitalen Branchen befassen. Sie bietet ein Forum für aktuelle theoretische und empirische Forschung an der Schnittstelle von Wirtschaft, Technologie und Regulierung.

Auf der Konferenz wurden zwei von Prof. Krämer mitverfasste Forschungsarbeiten vorgestellt.

Are Preset Defaults Harmful?

Autoren: Jan Krämer (Universität Passau), Hemant K. Bhargava (University of California), Chayanin Wipusanwan (Universität Passau)

Diese Arbeit untersucht die umstrittene Praxis der voreingestellten Standardwerte in digitalen Märkten – beispielsweise wenn Geräte oder Browser mit einer vorgewählten Suchmaschine ausgestattet sind. Solche Standardwerte wurden von Regulierungsbehörden und Gerichten, die oft argumentieren, dass sie marktbeherrschende Unternehmen festigen, stark kritisiert.

Anhand eines theoretischen Modells zeigen die Autoren, dass die Auswirkungen voreinge­stellter Standardwerte differenzierter sind als allgemein angenommen. Standardwerte beeinflussen den Wettbewerb über zwei unterschiedliche Kanäle: Wechselbarrieren, die es den Nutzern erschweren, die voreingestellte Option zu ändern, und Verhaltenseffekte bei Nutzern, die Standardwerte passiv akzeptieren. Interessanterweise können diese Mechani­­s­men den Wettbewerb in einer Weise abschwächen, die nicht immer zum Nachteil der Verbraucher ist.

Eine wichtige Erkenntnis ist, dass die Auswirkungen von Voreinstellungen stark von Netz­werk­­effekten abhängen. Bei Produkten mit starken Netzwerkeffekten können Voreinstel­lungen tatsächlich das Wohl der Verbraucher steigern, indem sie die Innovationsanreize für Unternehmen verstärken. Bei Produkten mit schwächeren Netzwerkeffekten hingegen ist es wahrscheinlicher, dass Voreinstellungen den Wettbewerb verringern, ohne vergleichbare In­no­vationsvorteile zu generieren. Die Studie hebt hervor, dass ein generelles Verbot von vor­ein­ge­stellten Standardwerten daher fehlgeleitet sein kann, insbesondere wenn das Standard­produkt von höherer Qualität ist.

Machine Data Sharing and Innovation Incentives

Autoren: Flavio Pino und Carlo Cambini (Politecnico di Torino), Jan Krämer (Universität Passau)

In diesem Beitrag wird untersucht, wie sich der obligatorische Zugang zu maschinengenerier­ten Daten – wie er in der jüngsten europäischen Verordnung vorgesehen ist – auf Innovation und Marktergebnisse auswirkt. Die Autoren analysieren ein Szenario, in dem ein Hersteller ein vernetztes Produkt verkauft und möglicherweise auch einen Datenanalysedienst anbietet, während Dritte mit ihren eigenen Analyselösungen in den Markt eintreten können.

Die Ergebnisse zeigen, dass Hersteller oft keinen starken Anreiz haben, den Datenzugang zu blockieren, selbst wenn keine Regulierung besteht. Die Regulierung von Lizenzgebühren im Rah­men eines „fairen, angemessenen und nichtdiskriminierenden” Rahmens hat jedoch komplexe Auswirkungen. In einigen Marktkonstellationen können höhere Lizenzgebühren tatsächlich die Innovation durch Dritte fördern, indem sie sich auf die Preisgestaltung im vorgelagerten Bereich auswirken.

Ob Regeln zum Datenaustausch die Wohlfahrt verbessern, hängt entscheidend von der Be­ziehung zwischen den Diensten ab. Wenn Dienste von Dritten komplementär sind, kann eine strenge Regulierung die Wohlfahrt verringern. Wenn sie substituierbar sind, kann eine Regu­lierung die Konsumentenrente erhöhen. Die Studie kommt daher zu dem Schluss, dass Regeln zum Datenzugang und zu Lizenzgebühren sorgfältig auf bestimmte Marktstrukturen zuge­schnitten werden sollten, anstatt einheitlich angewendet zu werden.

Die Teilnahme von Prof. Krämer unterstreicht den kontinuierlichen Beitrag des Lehrstuhls zu internationalen Debatten über Plattformregulierung, Daten-Governance und Innovationspolitik in digitalen Märkten.

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